Sonntag, 22. Mai 2011

Der Beweis - ich war wirklich schießen :) Ein paar Videos wie wir von unseren Kanonen auf die Fresse gehauen kriegen :)
Link zu Fotos am Ende des Posts
Jenny kriegt auf die Fresse gehauen :)

Außerdem war ich in der Alligatoren Farm heute:


Auch dazu Fotos - und zwar hier:
 Fotos

Freitag, 20. Mai 2011

The heart of dixie

Schon wieder viele Wochen vergangen, seitdem ich den letzten Blogeintrag verfasst hab, was darauf hindeutet, dass ich immer was zu tun habe.
So ist es auch - am Wochenende bin ich immer ganz viel Unterwegs und genieße das "Leben in Alabama". Ich setze es in Anführungszeichen, weil es eigentlich glaub ich nicht das richtige Leben der normalen Einwohner ist, aber wir einfach alles machen, was man in Alabama halt so machen kann!
Z.b. Fischweitwurf über die Alabama-Florida Stateline, der Mullettoss (da meine Wurffähigkeiten sehr begrenzt sind, hab ich den Fisch fast in die Zuschauer geworfen). Eine große Fete, viele viele betrunkene Leute am Strand, die einfach einen wunderschönen Sonnentag genießen wollten.. Man - hier ist es mir jetzt schon manchmal zu heiß, ich bin sehr gespannt, wie die Hitze im Sommer so sein wird.

Was hab ich noch gemacht? Ich war Kayak fahren, wenig spektakulär.... Leider hat uns Cpt. Nelson nur in einen Abschnitt der Bucht geführt wo super viele Leute wohnen und ich hab garkeine exotischen Tiere gesehen.
Billy hat uns allerdings versprochen, dass er uns mit seinem Boot woanders hin mitnimmt, wo man mehr sehen kann, dann können wir da fischen und auf die Insel "Mound Island" gehen. Dort stehen alte Indianer Ruinen die man einfach frei zugänglich ansehen kann. Allerdings meinte Billy da laufen wilde Tiere rum, also sollten er und ich jeder eine geladene Pistole im Holster haben um uns vor den Wildschweinen zu verteidigen. Soso.. Mittlerweile weiß ich ja wie man sowas benutzt, nachdem ich mit den Mädels und Billy auf der Shootingrange war. Im Gepäck waren 2 riesige Kanonenkoffer und 2 Pistolen. Optisch jedenfalls genug Waffen um eine mittelgroße Bananenrepublik einzunehmen... Stattdessen haben wir aber nur auf Papierschilder geschossen. Ich muss sagen, ein interessantes Gefühl. Und laut... sehr laut :) Ich hab Tontauben geschossen mit der Schrotflinte. 3 von 15 getroffen, vll garnicht so schlecht fürs erste mal. Beim ersten mal war das abfeuern so eines riesen Teils noch richtig aufregend und der Rückstoß überraschend stark. Allerdings wenn man es ein paar mal gemacht hat, dann ist es erschreckend routiniert.
Keine Angst, ich werd allerdings in Deutschland nicht gleich in den Schützenverein eintreten. Allerdings hat mir ein Amerikaner von einer Shootingrange erzählt, auf der man eine Thompson abfeuern kann... Vorher sollte ich mir allerdings noch einen Anzug anziehen und einen Hut aufsetzen... Damit das Foto danach auch authentisch aussieht :)

Zusätzlich war ich noch mit Kanonenbilly in einer Babtistenkirche, allerdings nur eine sehr kleine, mit grad mal einer "Familie" anwesend. Billy hat die Messe gehalten und meines erachtens auch sehr gut, es war zumindest nicht so einschläfernd wie katholische Messen meistens sind. Aber die Glaubensgrundsätze von Baptisten sind mir glaub ich trotzdem ein wenig zu verrückt :)
Danach hat er uns noch (um uns zu missionieren?) mit zu einer Kirchenveranstaltung auf irgendso einem Farmland mitgenommen. Das wirkte mir doch alles sehr südstaatlerisch (außer, dass keiner betrunken war, weils da kein Alkohol gab). Vorne hat eine Band Kirchencountry gespielt und drumherum saßen alle und haben gegessen und geredet, dann gabs drumherum diverse Aktivitäten. So Sackhüpfen, Tauziehen, hinten auf einem Heuanhänger sitzen und sich durch die Gegend fahren lassen. Sowas für Kinder halt :) Alles sehr familienorientiert. Die anwesenden Baptisten waren allesamt sehr freundlich und man glaubt es kaum, auch garnicht verrückt. Angeblich fanden sie uns alle sehr nett und wollen jetzt unbedingt mal, dass wir in ihre Kirche kommen... Nun gut, vielleicht ein wenig missionarisch :)
Wie passt eigentlich das ganze Waffen abfeuern mit den exzessiven Kirchenbesuchen zusammen? Man weiß es nicht.
Jedenfalls glaub ich, dass Billy jetzt mein Paraderedneck ist. Ein Arsenal Knarren im Schrank, 3 mal pro Woche in die Baptistenmesse, ein Pickuptruck, ein Boot, jeden Freitag Fischen, Jagen, etc.......

Ich wollte ein allgemeines Pro-Alabama Statement abgeben. Viele Leute, ich auch bevor ich hergekommen bin, denken vermutlich, dass Alabama der "schlimmste" Staat in den USA ist. Das ist meines erachtens vollkommen falsch. Südstaatler sind zum einen sehr sehr freundlich (und manchmal sprachlich unverständlich), zum andern machen die viele interessante Dinge.
Hier haben ganz viele ein Boot, gehen Angeln, machen ganz viel draußen... Jagen - wenn man das als positiv ansehen will :D :D... Irgendwie möchte man meinen, die nehmen hier das Leben einfach leicht, vielleicht auch, weils hier so schön warm ist, so wie die Italiener oder Spanier... Die nehmen es ja auch leichter.
Auch diese ganze Kirchenobsession erscheint mir dann von nahem betrachtet garnicht mehr so obsessiv zu sein. Es gibt halt solche und solche. Nur weil der Großteil der Leute hier Baptisten sind, heißt das ja nicht, dass sie alle verrückt sind. Am Ende ist der Großteil der Baptisten genaußo wie ein Großteil der Katholiken mit etwas anderer Bibelinterpretation (von Interpretation kann man bei den Baptisten ja garnicht sprechen, da gibts nämlich angeblich nix zu interpretieren).
Und irgendwie unterhält man sich hier auch ganz oft einfach mal mit ein paar netten Leuten auf der Straße, die sind dann immer ganz interessiert, wo man denn genau herkommt (obwohl sie keine Ahnung von dt. Städten haben, aber sie wollen halt höflich sein)...

Naja, jedenfalls ist es hier keineswegs ranzig und übersäht von Rednecks, eigentlich ist es hier sehr schön. Außer das Mobile schon ein wenig ein fades Loch ist..... Naja...
Das nächste mal dann was über die ganzen negativen Seiten "der verrückten Amerikaner" :)
Ich fahr jetzt heim...